PE-Investor Castik legt Milliarden-Fonds auf – finance-magazin.de

04.08.2015

PE-Investor Castik Capital hat seine Investoren offenbar überzeugt: €1 Milliarde konnte der neu gegründete Investor einsammeln. Die Investment-Strategie von Castik ist ungewöhnlich.
Der neu gegründete PE-Investor Castik Capital hat die Phase des Geldeintreibens für seinen ersten Fonds abgeschlossen – und dabei die Milliarden-Marke geknackt. Bereits beim ersten Closing des Fonds mit dem Namen Private Investment Club Fonds (EPIC I) im Juni konnte Castik €625 Millionen einsammeln. In den vergangenen zwei Monaten sind jetzt nochmal €375 Millionen hinzugekommen.

Bei den Geldgebern handelt es sich um fünf große institutionelle Investoren, wie der Investment-Partner und Mitgründer von Castik, Michael Phillips, gegenüber FINANCE sagte. Die Investoren kommen aus Nordamerika, Asien und Europa – deutsche Investoren sind nicht dabei.

Die Chefs von PE-Investor Castik kommen von Apax

€1 Milliarde ist eine ungewöhnlich hohe Summe für einen Erstlingsfons – damit scheint das PE-Haus das Vertrauen der großen Investoren zu genießen. Castik wurde im Mai 2014 von drei Investment-Partnern gegründet. Michael Phillips war 22 Jahre lang bei der Londoner Boutique Apax tätig und zuletzt Leiter von Apax Germany. Er galt als einer der Top-Deal-Maker bei Apax und begleitete beispielsweise die milliardenschwere Transaktion der Modekette Tommy Hilfiger.

Weitere Gründer sind Marc-Oliver Jauch, ebenfalls zuvor bei Apax tätig, und Michael Gröber, der bei Apax und dem PE-Haus Montagu arbeitete. Die drei leiten gemeinsam das 20-köpfige Team. Zudem gibt es sechs Senior Advisory Partners, die die Investments begleiten, darunter auch Christoph Walther, der ehemalige Kommunikationschef von Daimler und CEO der Kommunikationsberatung CNC Communications, der im Mai zu Castik wechselte. Castik wird in Luxemburg verwaltet und auch sowohl dort als auch in München Büros.

Castik Capital will in ein Portfolio von fünf bis sechs Unternehmen investieren

„Durch die kleine Anzahl von großen Investoren haben wir ein besonders enges Verhältnis zu unseren Investoren, das unterscheidet uns von anderen PE-Häusern“, sagt Phillips. Castik hält seine Beteiligungen, bei denen es sich sowohl um Mehrheits- als auch Minderheitsbeteiligungen handelt, bis zu zehn Jahre, was ungewöhnlich lange ist. Die angestrebten Transaktionsvolumina gehen von €250 Millionen bis zu €750 Millionen. Pro Transaktion will das PE-Haus €100 bis €250 Millionen an Eigenkapital investieren. Damit konzentriert es sich auf ein Portfolio von fünf bis sechs Unternehmen, die es zu „global führenden Unternehmen“ aufbauen will, so Phillips. Grundsätzlich seien auch Investments mit noch höheren Volumina möglich, dann könnten die Investoren durch Co-Investments Geld nachschießen.

Castik verfolgt dabei eine Buy-and-Build-Strategie, will also Unternehmen aufbauen, die in der jeweiligen Branche die Konsolidierung vorantreiben. Eine solche von Castik so genannte Plattform deckt den Bereich Wasserspender ab: Aus dem Fonds wurde eine unbekannte Summe in die australische Unlimited Water und Just Water, die Londoner Waterlogic und Angel Springs sowie in ein kleines fünftes Unternehmen investiert. In welche Sektoren als nächstes investiert werden soll, wollte Castik nicht angeben.

PE-Investor Castik hat deutsche Zielunternehmen im Visier

Grundsätzlich seien die Bereiche Geschäfts- und Finanzdienstleistungen, Technologie, Konsumgüter und Einzelhandel, Gesundheitswesen, Industrie und (digitale) Medien relevant. Die Schwerindustrie- und Automobilbranche kommen hingegen nicht in Frage. Es müssen Wachstumsunternehmen sein, Sanierungsfälle lässt Castik nach eigenen Angaben links liegen. Laut Phillips hat Castik auch deutsche Firmen im Visier – genauere Angaben machte er nicht.

Für mehr Information: http://www.finance-magazin.de/geld-liquiditaet/eigenkapital/pe-investor-castik-legt-milliarden-fonds-auf-1356349/